Gestorben wird Morgen

"Altern mit Haltung!" SZ

"Ein grandioser Dokumentarfilm, der auch visuell überzeugt." 3SAT Kulturzeit

"Faszination zwischen Staunen, Wundern, Schrecken." TV Spielfilm


Plakat

Synopsis

Es gibt einen Ort in Arizona, der ist so friedlich, dass man dorthin kommt um zu sterben. Sun City, eine Stadt - geschaffen für die Generation 55+. Mitten in der Wüste, unter Palmen, bei immerblauem Himmel und roten Sonnenuntergängen, mit unzähligen Apotheken und besonders breiten Straßen, damit den rüstigen Autofahrern nichts passiert.

Auf dieses sonnige Paradies fallen die recht unterschiedlich gefärbten Schatten des Alterns. Jeder hier versucht seinen Weg mit dem Leben zu finden, während der Tod schon an der Ecke steht und winkt.

Olive (87) hat sich ihren kindlichen Humor bewahrt, obwohl ihr Körper dem Alltag immer mehr Grenzen aufzeigt. Gerade deswegen trällert sie fröhlich ihre Lieder, tanzt mit dem Staubsauger im Wohnzimmer und sucht noch immer ihre Rollschuhe, die sie an die guten Zeiten erinnern. Was Olive auf gar keinen Fall akzeptiert, ist die Tochter, die glaubt, sie hätte Alzheimer. Wie kommt sie bloß darauf?

Altwerden ist eine Kondition, wo ‘kleine Zimperlein einfach dazu gehören’ wie Jim (83) bestätigt. Auf der anderen Seite hast Du einen Punkt im Leben erreicht, wo man einfach mal Fünfe gerade sein lassen und sagen kann: ‘Nimm ‘ne Pille die Dir hilft und komm drüber weg’. So zumindest sieht das Betty Jane (90). Alles ist besser, als sich dauernd zu beschweren, oder?

“Wir wollen nicht alt werden, aber es passiert eben”

Roger (75) und Kitty (74) sind immer noch sehr viel mit ihrer Harley unterwegs. Allerdings will Roger das Motorrad abgeben, wenn er 80 wird. Er ist überzeugt, dass die meisten Leute in Sun City guten Sex haben. Sogar besseren als vor 40 Jahren und Dee (88) stimmt dem uneingeschränkt zu. Sie ist fast blind, hört sehr schwer und kann kaum mehr gehen, aber wenn sie ihre Fingenägel maniküren lässt, um ihren Liebhaber am Abend zu empfangen, ist das alles vergessen.

Es ist wohl eine Frage der Haltung, wie man alt wird. Die Ansicht, der Lebensabend müsse doch eine ernste Angelegenheit sein, teilen die Meisten in Sun City nicht. Im Film dient der Ort als Bühne, auf der die Bewohner in einem Reigen den Tanz des Alters vollführen. In ihren Erzählungen geben sie preis, was das Leben ihnen geschenkt und was es ihnen genommen hat. Sie berichten freimütig über die Schmerzen im Alter und über die Freuden. Und dass sie glauben, dass Zufriedenheit und Glücklichsein Entscheidungen sind. ‘Wir kommen nach Sun City um zu sterben, aber wir wollen Spaß dabei haben!’, Jim (83).

Protagonisten

Abraham Meth, 101
Jim Koopman, 83
Jan, 65 und Mike Jackson, 65
Kitty, 74 und Roger Yadro, 75
Olive Hosmer, 87
Earl Warren, 69
Kelley Greenburg
One foot in the grave
Betty-Jane Peters, 90
Dee, 88 and Dutch Schultz, 90

Kann das Alter Glück sein? In Sun City, wo der Tod bereits um viele Ecken schleicht lautet die Antwort: Ja! Mit der richtigen Haltung schon!

“Einer meiner Lieblingssätze für den Grabstein (frei nach Gloria Swanson) lautet: ich habe alle meine Rechnungen selbst bezahlt! Und diese Haltung, Lebenslust, Selbstbestimmtheit und Konsequenz strahlen die Menschen in ‘Gestorben wird Morgen’ dermaßen aus, dass sie mich mitten ins Herz treffen. Daher bin ich sehr glücklich ein kleiner Teil dieses wunderbaren Films zu sein.”

Catrin Striebeck, Sprecherin für diesen Film

Die Regisseurin über den Film

JA zum Alter! Das Alter schafft es mittlerweile bis auf die Titelseite der Vogue. Es ist ein öffentliches Thema geworden. Wir werden älter als je zuvor, die demographische Entwicklung Deutschlands ist längst bekannt: es gibt zunehmend mehr alte als junge Bürger. Die Fragen dazu kursieren in der Gesellschaft: Wer soll meine Rente bezahlen? Gibt es einen Arzt in meiner Nähe? Wie kann ich für die eventuelle Unterstützung im Alter hinsichtlich Pflege, Medizin oder einer Putzhilfe vorsorgen? Und was macht das mit der Gesellschaft, wenn die Alten in der Mehrheit sind? Trotz der Dringlichkeit dieser Fragen, beschäftigen wir uns damit selten konkreter, solange wir nicht selbst alt sind oder eine Person im Verwandschafts- oder Freundeskreis haben, die sich diesen Fragen stellen muß. Wie wollen wir also leben, wenn wir alt sind?

“Kann das Alter Glück sein?”

GESTORBEN WIRD MORGEN begegnet dem Alter offensiv. Nicht als pädagogischer Film, sondern als ' Dokumentarfilm mit Leichtigkeit'. Der Illusion nachgehen: Kann das Alter Glück sein? Trotz der wachsenden Zahl der aktiven Rentner, die Marathon laufen und Yogakurse leiten, gibt es in Deutschland viele ältere Menschen, die mit dem Alter nicht gut klarkommen. Oft wird der Wunsch nach Selbstbestimmtheit bis zum Schluß nicht umgesetzt. Ich wollte einen Film machen, der - über seine unterhaltenden Qualitäten hinaus - mit positiven Anregungen zum Altern ermuntert und dabei die Realität der Menschen nicht ausblendet. "Aktiv gestalten - nicht warten!" ist einer dieser Sätze, die ich von vielen nicht nur immer wieder gehört, sondern sehen konnte, wie er täglich umgesetzt wird. In den 14 Jahren der Filmerstellung konnte ich viel lernen über 'Attitude', der eigenen Haltung zum Leben und damit auch zum Altersprozess. Es macht was mit einem, wenn man sich stets erinnert, die sonnigen Momente des Lebens zu genießen und nicht fortwährend auf die Schattenseiten zu schauen. Die Menschen im Film versuchen genau das: das Beste draus zu machen, aus der Zeit, die bleibt. Sie leben zwar in den USA, vermeintlich weit entfernt, aber am Ende des Films ist das alles ganz nah auch bei uns. Sun City dient im Film als Bühne, auf der charmante alte Leute uns Türen öffnen und einladen, einen Blick zu wagen - auch auf uns selbst.

Technische Daten

URSPRUNGSLAND Deutschland, 2018
LÄNGE 74 min. / 24fps
FORMAT 1:1,85
SOUND 5.1 digital
SPRACHE Englisch

SPACHVERSIONEN
OV EN
OV EN, Untertitel DE
OV EN, Overvoice DE (C.Striebeck, P. Lohmeyer)

Der Ort

In Sun City kann jeder ab 55 Jahren sein "second life" beginnen, ob im eigenen schmucken Häuschen oder zur Miete, im Alten- oder Pflegeheim, für zehn, zwanzig oder sogar dreißig Jahre, wer weiß das vorher schon so genau. Das Leben ist für die Bewohner vergleichsweise günstig, daher findet sich hier vornehmlich der landesweite Mittelstand. Rathäuser, Schulen und andere Belange, die nur jüngere Menschen betreffen, müssen nicht über Steuern mitfinanziert werden, weil es sie hier nicht gibt. Kinder und Enkel sind als Besucher gerne gesehen, wenn sie sich an die vielen Regeln halten, die Sun City bestimmen. Viele kleine und größere Arbeiten, die im Ort anfallen, werden von den Bewohnern aus Prinzip freiwillig erledigt. Das spart Geld und schafft ein Mit- und Füreinander in der Bevölkerung. Die barrierefreie Stadt in Arizona wurde in den sechziger Jahren gegründet. Krankenhäuser, Ärzte und Apotheken sind nah. Die Sonne scheint an über 300 Tagen im Jahr, das Wüstenklima tut den athritischen Knochen gut - gegen die Hitze helfen Klimaanlagen. Zur Zeit hat die Stadt knapp 40.000 Einwohner.